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Dönhoff – Masuren Trail in Polen

Wanderreiten
Ein Bericht von Franz Bosch

Masuren-Trail - Bericht ETCD 01

Mit Gedichten und Liedern aus seiner Heimat - die Masuren - schwärmte mir ein väterlicher Freund immer vor. Du musst es mal erlebt haben, sagte er immer. Dieses Jahr Ende April an meinem Geburtstag, wurde es Realität. Meine Frau Irmgard und ich fuhren 1500 km nach Lötzen (Gizycko) in Polen. In einem gemütlichen Gutshof mit viel Charme, nordöstlich von Lötzen auf einem kleinen Hügel zwischen Wäldern und einem See gelegen, wurden uns von Tädeusz die Pferde zugeteilt; Polski-Araber. Tadeusz spricht deutsch.

Masuren-Trail - Bericht ETCD 02 Masuren-Trail - Bericht ETCD 03
Masuren-Trail - Bericht ETCD 04

Wir sind eine Gruppe von 6 Reitern, alle über 40, sehr harmonisch und interessant. Wir putzen und satteln, mein Fuchs Wallach „Burgund" hat einen fleißigen Schritt. Unsere Englischen Sättel lassen kaum Gepäck zu. Dieses wird jedes Mal in das neue Quartier gefahren. Bei Sonne und blauen Himmel reiten wir frohgemut los. Ein idyllisch gelegener See liegt vor uns. Es ist alles sehr naturbelassen. Auf unendlich langen Sandwegen kommen wir im Trab und Galopp flott vorwärts. 350 Kilometer liegen vor uns, in 6 Reittagen. Ein Wiedehopf fliegt vor uns vorbei und bleibt auf einer Kiefer neugierig sitzen.

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Die Landschaft ist leicht hügelig. Kraniche sind hier heimisch. Vier Hirsche kreuzen den Weg. Spuren von Elchen sehen wir viele, bekommen aber keinen zu Gesicht. Von Wildschweinen umgeackerte Felder sind häufig. Jedes Dorf hat mindestens ein Storchennest, die alle bewohnt sind. Tädeusz sagte, dass es in einem Dorf in der Nähe Russlands ca. 50 Nester gibt. Ein Zeichen, dass es genug Nahrung dafür gibt. Auch Biber sind hier heimisch, unzählige Bäume sind von den nächtlichen Baumeistern gefällt.I

Masuren-Trail - Bericht ETCD 08 Masuren-Trail - Bericht ETCD 09

In der Nähe von Bielsky übernachteten wir an einem Ferienort mit See und künstlich angelegtem Berg mit Schlepplift zum Skifahren. Am gemütlichen Tisch, meistens mit offenem Kaminfeuer, wird von jedem Mitreiter seine Erlebnisse von Reittouren auf dem ganzen Erdball erzählt. Ein windiger Tag, sehr lange Sandwege durch Kiefernwälder, die wir sehr flott im Trab und Galopp bewältigen.

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Masuren-Trail - Bericht ETCD 13

In Luknajno an einem großen, sehr romantisch gelegenen See ist unser Nachtlager. Am einzigen Regentag kommen wir durch Nikolaiken (Mikolajki), auch als »Perle der Masuren" die heimliche Hauptstadt. 9 Stunden im Sattel inklusive eine Stunde Verritt!
Nach dem langen Tag übernachten wir in Rozogi. Privates Quartier, sehr nette Leute, zum Frühstück gibt es Fisch. Unsere Reitgruppe kommt sich am Lagerfeuer harmonisch näher.

Masuren-Trail - Bericht ETCD 12 Masuren-Trail - Bericht ETCD 14
Masuren-Trail - Bericht ETCD 16
Masuren-Trail - Bericht ETCD 15

Die Pferde sind lauffreudig, das Ersatzpferd musste eingesetzt werden. Einige Sättel sind gewöhnungsbedürftig. Die Mittagspausen sind immer an idyllischen Orten, meistens Seen, wo wir unser Satteltaschenpicknick einnehmen.

Einen Teil der Strecke reiten wir, wo 1941 Gräfin Marion von Dönhoff ihren bekannten Flucht-Trekk. entlang kam. Die Masuren mit den hunderten von Seen, erlebten wir mit guten Pferden, einer sehr harmonischen Gruppe, einem engagierten Führer und einigen politischen Rückblenden.

© Text und Bilder: Franz Bosch

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