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Testphase mit dem gebisslosen Kopfstück
„Amber“ der Firma Barefoot

für den Ersten Trekkingclub Deutschlands e.V.

Trensenstueck Barefoot

Als aktive Western- und Trekkingreiterin mit einer ganzen Herde blonder Füchse, wurde ich über die Firma Barefoot auf gebisslose Kopfstücke aufmerksam gemacht. Nachdem beim ETCD das gebisslose Reiten ganz aktuell als Thema aufgegriffen wurde ich auch dort aktiv bin, kam dieser Test mit einem etwas anderen Trensenstück natürlich wie gerufen. Das Schöne daran ist, das es für ETCD Mitglieder Versicherungsrechtlich keine Probleme gibt, denn ETCD Veranstaltungen dürfen auch mit gebisslosen Kopfstücken geritten werden.

Schnell war meine Begeisterung entfacht und ich entschloss mich, eines der Stücke selber zu testen. Meine Wahl fiel auf „Amber“ ein Kombinationsstück aus Leder und Bergsteigerseil. Schon beim Auspacken fällt auf, das es sich bei der Trense Amber um ein in der Aufmachung sehr ansprechendes, elegantes Kopfstück handelt das ein edles Aussehen hat. Die Lederteile sind sehr sauber geschnitten und weich, die Seilstücke sehr ordentlich verarbeitet . Die Endstücke sogar von Hand gewickelt. Beiderseits des Stirnriemens befindet sich je eine Haarquaste zur Zierde . Diese Aufmachung erklärt natürlich den Anfangs etwas höher erscheinenden Preis. Lediglich die zur Fixierung des Stirnriemens angebrachten geflochtenen Seilstücke erscheinen etwas locker. 

Aus Bergsteigerseil sind die geflochtenen Westernzügel 10cm länger als üblich. Interessant sind die doppelt angebrachten Lederfederchen am Zügelende zum vertreiben von Insekten oder Vorwärtsmotivieren des Pferdes. An den Verbindungsstücken zu den Metallteilen sind Lederverstärkungen , die ebenfalls sehr sauber in der Verarbeitung sind. Ein Snap Verschluss erleichtert das rasche An und Ablegen der Zügel und so kann das Kopfstück Amber auch als Halfter genutzt werden. Der Erste Eindruck ist also ein sehr guter und von der Qualität her wohl mit einer gut gemachten Ledertrense zu vergleichen.

Da ich mit meinen Pferden bei Wind und Wetter unterwegs bin und diese ja auch in der Westernausbildung in Einsatz sind, bin ich natürlich darauf angewiesen, mit meinen „Pferdeartikeln“ täglich robust arbeiten und umgehen zu können. Dies stimmt mich zunächst bei der Aufmachung skeptisch.

Für den Test habe ich mir zwei Pferde ausgesucht. Einmal handelt es sich um den noch rohen und jungen Haflingerwallach „Napoleon“ , der mit dem Kopfstück angeritten werden soll. Das Zweite Pferd ist der sehr schwierige, hochsensible Haflingerwallach „Milano“, mit sieben Jahren, der große Probleme mit dem Maul zeigt. Das Pferd wurde aus extrem schlechten Verhältnissen übernommen und ist sehr Handscheu.

Wir arbeiten zuerst mit dem sensiblen Milano und üben Führen ohne Gebissstück.
Vom Boden aus trainieren wir, die feinen Zügelhilfen über den Nasenrücken anzunehmen. Die Zügel liegen bei der Arbeit sehr angenehm in der Hand, das Pferd kommt mit den Impulsen die über den geflochtenen Seilnasenriemen ankommen sehr schnell zurecht. Es fällt auf, das der Wallach mit dem Kopf mehr dabei zu sein scheint, aufmerksamer mitmacht und sicherer läuft.

Für Napoleon ist alles Neuland. Zunächst versucht er die Zierquasten zu erwischen und wirft das Trensenstück unsanft ins Sägemehl. Ein bisschen ausschütteln reicht, es ist nichts passiert. Auch bei dem jungen Pferd erleben wir, das es mit dem Trensenstück Amber beim freien Arbeiten im Roundpen sehr schnell gut zurecht kommt und diese Beschäftigung als sehr angenehm empfindet.

Im weiteren Einsatz konzentrieren wir uns etwas mehr auf Milano. Wir wollen den Wallach nun mit Sattel und Trense Amber im Roundpen arbeiten, die Zügel lose verbinden und so auf das Reiten vorbereiten.
Der Wallach geht ausnehmend entspannt in allen Grundgangarten . Mittlerweile hat es angefangen zu regnen. Wir bleiben eisern, legen einen Sattelschoner über den Westernsattel und setzen Pferd und Trense der Witterung aus. Als allerdings ein Schneegestöber aufkommt, beenden wir unsere Beschäftigung. Die Trense Amber hat schon mal Wetter abbekommen. Jetzt wollen wir s wissen und lassen sie einfach mal als vergessen draußen am Haken hängen. Schließlich ist es bei mehrtägigen Touren ja üblich, das man dem Wetter ausgesetzt ist und da muss die Montur schon etwas aushalten. Nach ein paar Stunden im Schneeregen zeigen wir Erbarmen und holen sie zurück ins Trockene. Dem eleganten Outfit hat das Wetter nichts geschadet. Die Trense trocknet, die Zügel bleiben weich im Handling, Kopf.- und Lederstücke sind nach wie vor sehr angenehm in der Hand. Lediglich die geflochtenen Seilstücke die das Stirnband fixieren sind minimal lockerer geworden. Diese hätten wir gerne etwas fester gehabt.

Nach einem Telefonat mit der Firma Barefoot wird uns sofort zugesichert daran zu arbeiten. Am nächsten Tag wollen wir zum Ersten Mal in Milanos Sattel steigen und ihn gebisslos reiten.  Vom Sattel aus reagiert das Pferd zunächst noch etwas verunsichert. Was aber deutlich zu spüren ist ist, das der Wallach entspannter darüber ist, nichts mehr im Maul tragen und eine vielleicht manchmal in seiner ungestümen Art durchzugehen, hängen bleibende Hand  ertragen zu müssen. Der Wallach bewegt sich zunehmend entspannter, nimmt das neue Kopfstück prima an. Auf die Impulse, die sehr leicht gegeben werden können, reagiert das Pferd von mal zu mal sicherer und besser. Die Leder-Bergseilkombination ist absolut gelungen.
Im Laufe der nächsten Tage wächst auch das junge, rohe Pferd in seine Arbeit hinein, kommt prima mit Amber zurecht.

Unser Fazit:
Für den Reiter ist es in der Arbeit absolut handlich, fein, sehr robust und wie gesagt elegant. 
Erhältlich in den Farbkombinationen Cognac-Orange, Braun-Schwarz, Schwarz-Marine ist es bestens geeignet für Pferde die sensibel im Maul sind und bleiben sollen, für Wander- und Trekkingreiter da es auch als Halfter zu nutzen ist, für Pferde die mehrere Reiter tragen müssen, um nicht im Maul abzustumpfen und für Reiter die noch nicht sicher mit ihrer Hand sind, um das Pferd nicht abzustumpfen, ebenso für junge Pferde oder Pferde im Zahnwechsel.
Also ein rundum gelungenes vielseitig einzusetzendes Kopfstück für den alltäglichen Gebrauch, das manchem Pferd das Leben erleichtern wird.
Selbstverständlich gibt es für Amber auch Englische Zügel mit Snaphaken. Alternativ kann es auch als herkömmliches Zaumzeug mit Gebiss verwendet werden. Dies ist allerdings mit ein bisschen Zeit beim Umschnallen verbunden.


© Irene Hägele

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